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Interview Oliver Korschil

Purkersdorf

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Baum

Oliver Korschil Energiewende und Kochen als meditativer Ausgleich

Oliver, kannst du dich kurz vorstellen?

Natur- und Umweltschutz haben mich bereits in der Schule interessiert, politisiert worden bin ich erst Jahre später beim Studium in Wien. Nachdem ich mich in der StudentInnenvertretung engagiert habe, bin ich schließlich bei GLOBAL 2000 eingestiegen und habe mich rasch entschieden, aktive Umweltpolitik dem Studium vorzuziehen. Die vielen Jahre bei GLOBAL 2000 waren prägend und lehrreich, ich möchte diese wichtige Phase meines Lebens nicht missen, in der ich mit vielen engagierten Menschen in zahlreichen Umweltkampagnen einiges erreichen konnte. Die Arbeit bei den Grünen im Parlamentsklub ist mein Traumberuf, den ich weniger als Arbeit, sondern als sinnvollen Lebensinhalt betrachte. Und es macht einfach Spaß, in einem professionellen und engagierten Team Gegenentwürfe zur derzeitigen unsäglichen Regierungspolitik voranzutreiben. Nach Purkersdorf hat mich die Liebe geführt. Ich lebe seit eineinhalb Jahren mit meiner zukünftigen Frau in der Wintergasse. Gemeinsam mit ihrer Tochter und meinen zwei Kindern sind wir eine klassische Patchwork-Familie. Meine Familie ist für mich wichtiger Rückhalt und Ausgleich neben dem oft auch stressigen Beruf.

Wieso engagierst du dich in der Purkersdorfer Politik?

Ich arbeite seit ca. 15 Jahren im Bereich Umwelt- und Energiepolitik auf bundespolitischer Ebene. Das ist spannend, aber doch manchmal auch abstrakt und weit weg von den Menschen. Mich interessiert es einfach, was die Menschen in einer kleinen, überschaubaren Stadt wie Purkersdorf bewegt, was konkret getan werden kann, um Lebensqualität und Umweltsituation auf kommunaler Ebene zu verbessern. Maria Parzer und Marga Schmidl haben mich dazu bewegt, bei Liste Baum & Grüne mitzuarbeiten und es macht großen Spaß.

Welche Anliegen liegen dir besonders am Herzen?

Natürlich will ich mich in erster Linie mit jenen Themen einbringen, wo ich meine Kompetenz als Unterstützung für Liste Baum & Grüne anbieten kann. Ich halte eine Wende in der Energiepolitik in den kommenden Jahren für eine der ganz zentralen Herausforderungen. Nicht nur aus Gründen des Klimaschutzes, sondern auch, um mittel- und langfristig eine für die Menschen leistbare Energieversorgung abzusichern. Denn die weiterhin hohe Abhängigkeit von fossilen Energieträgern (Öl, Gas, Kohle) und steigende Atomstromimporten ist kein zukunftsweisender Weg, sondern eine gefährliche Sackgasse. Die sprunghaften Preissteigerungen bei Erdöl im vergangenen Jahr waren wahrscheinlich nur ein Vorgeschmack einer sich abzeichnenden Energiekrise. Erdöl und in Folge Erdgas werden wohl nie mehr wirklich billig sein. Die einzig vernünftige und langfristig ökologisch und auch wirtschaftlich leistbare Alternative liegt im Ausbau der erneuerbaren Energieträgern in den Bereichen Strom, Wärme und Treibstoffe. Gleichzeitig brauchen wir eine Effizienzrevolution, um den steigenden Energieverbrauch zu senken. Purkersdorf hat mit der Eröffnung des Biomasseheizwerkes einen wichtigen ersten Schritt gesetzt, dem weitere folgen müssen. Gemeinsam mit der Liste Baum & Grüne werde ich mich dafür einsetzen, dass Purkersdorf den Titel »Klimabündnisgemeinde« endlich mit Leben erfüllt. Dazu gehören etwa ein zweites Biomassekraftwerk oder die Umstellung von Gemeindegebäuden auf Ökostrom. Auch im Bereich Energieberatung muss es Initiativen geben.

Was hat dich in den vergangenen Jahren besonders gefreut, was besonders geärgert?

Mich freut es sehr, dass es in Purkersdorf mit Liste Baum & Grüne eine lebendige, bunte und vor allem hartnäckig engagierte Gruppe von Menschen gibt, die frischen Wind in die Gemeindepolitik bringt, eine wichtige Kontrollfunktion ausübt, aber vor allem auch durch konkrete Projekte (z.B.: Stadttaxi etc.) für mehr Lebensqualität sorgt. Was mich ärgert, ist jener - übrigens auch vom Bürgermeister gepflegte - Politikstil, der versucht durch Schönfärberei und Intransparenz aktuelle Probleme unter den Teppich zu kehren oder zu verharmlosen, wie etwa die Diskussion um das Purkersdorfer Trinkwasser zeigt.

Womit beschäftigst du dich neben Beruf, Familie und Kommunalpolitik noch so?

Ich lese leidenschaftlich gerne, höre FM 4 und Ö1, bin ein Filmfreak, meine wachsende Filmesammlung ist fast schon eine Sucht, ich radle gern auf den vielen Mountainbike-Strecken in und um Purkersdorf und habe - sozusagen als meditativen Ausgleich zur geistigen Arbeit - in den letzten Monaten eine zunehmende Leidenschaft fürs Kochen entwickelt. Ein Traum, den ich mit meiner Familie und Freunden in den nächsten Jahren verwirklichen will, ist ein Passivhaus-Wohnprojekt.

Karl Berger führte dieses Gespräch mit Oliver Korschil

Oliver Korschil, geb. 1966 in Klagenfurt, aufgewachsen in Salzburg, seit 1984 in Wien, seit 2003 in Purkersdorf lebend. Unvollendetes Studium der Biochemie und Biologie, von 1990 bis 2000 in verschiedenen Funktionen bei der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 tätig, seit 2000 Umwelt- und Energiereferent im Grünen Parlamentsklub. Seit 2004 Aktivist bei Liste Baum & Grüne.

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Letzte Änderung: 2005-02-22 - Stichwort - Sitemap