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Die Feihlerhöhe - Aussichtspunkt und Grünland im Stadtzentrum

rundschau, Stadtzeitung für Purkersdorf 1(2007)9.

Der Aussichtspunkt oberhalb der Neugasse im Stadtzentrum hat seit dem 19. Jahrhundert den Namen "Feihlerhöhe". Namensgeber war die Purkersdorfer Familie Feihler.

Zur Zeit der Hochblüte des Tourismus in Purkersdorf in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erfolgte die Anlage vieler Wander- und Spazierwege in und um Purkersdorf. Nördlich des Zentrums führten Wege von der Berggasse und der Linzerstraße auf den Höhenrücken oberhalb von Purkersdorf und auf die Feihlerhöhe.

Der Ausblick direkt auf das Stadtzentrum war schon vor 150 Jahren ein beliebtes Fotomotiv. Fotografien aus dem Jahre 1868 sind die ältesten Aufnahmen des Ausblickes im Stadtmuseum.

Um 1900 befand sich auf der Feihlerhöhe schon eine Parkanlage mit einem Fahnenmast. Zur Begrüßung der Sommergäste hissten der Verschönerungsverein und der Männerchor Purkersdorf Fahnen, die, von Wien aus kommend, von Weitem zu sehen waren.

In den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts schloss die damalige Gemeindeverwaltung an frühere Traditionen an um eine neue Purkersdorfer Identität zu schaffen. Die Wege auf die Feihlerhöhe und der bekannte Ausblickspunkt konnten revitalisiert werden.

Im Rahmen der Stadterhebungsfeierlichkeiten erfolgte am 21. Mai 1967 die Übergabe der neu errichteten Weinhebergedenkstätte auf der Feihlerhöhe an die Öffentlichkeit.

Josef Weinheber, politisch als Nationalsozialist aus heutigem Standpunkt mit Misstrauen betrachtet, verbrachte seine Kindheit in Purkersdorf. Zur Erinnerung an den damals beliebten Dichter fand auch am 20. Mai 1967 eine Lesung mit Burgschauspieler Richard Eybner in der Volksschule statt.

Johann Wohlmuth, Ehrenkustos des Stadtmuseums, textete und komponierte für den Typenkongress 1976 das Purkersdorfer Lied. Im Refrain wird die Feihlerhöhe besungen und damit als Purkersdorfer Identitätsmerkmal festgeschrieben.

Die örtliche Raumordnung befasste sich seit den siebziger Jahren mit der Feihlerhöhe. Die ehemals im Privatbesitz befindliche Wiese mit Garten oberhalb der Post und der Neugasse erwarb Mitte der siebziger Jahre die Wohnbaugenossenschaft "Alpenland". Pläne den Hang mit Wohnhäusern zu verbauen führten im Gemeinderat 1977 zu Widerstand und der Herabsetzung der Baufluchtlinie um den historischen Ausblick zu erhalten. Gebaut wurde danach nur in der Kaiser Josefstraße und Neugasse. Ein weiteres Eingrenzen des bebaubaren Landes durch weitere Herabsetzung der Fluchtlinie machte anscheinend eine Verbauung unrentabel.

Der Gemeinderat beschloss 1990 die Umwidmung von Bauland in Grünland um die Feihlerhöhe für nachkommende Generationen als Grünoase im Zentrum von Purkersdorf zu sichern.

Die Entscheidung des Gemeinderates im Jahre 2006 in Verhandlungen mit der Wohnbaugenossenschaft Alpenland über einen Ankauf der Liegenschaft einzutreten, bietet die Möglichkeit, die Wiese und den Ausblickspunkt zu gestalten und eine Grünfläche Mitten im Stadtzentrum der Bevölkerung zur Verfügung zu stellen.

 

Dr. Christian Matzka


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Letzte Änderung: 2014-10-01 - Stichwort - Sitemap

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