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Urban Gardening


Kostbaren Grund und Boden sinnvoll nutzen

Ohne BesitzerIn eines eigenen Grund und Bodens zu sein zum garteln zu kommen? Geht das? Im Vordergrund steht bei derartigen Projekten das gemeinsame Erproben und wachsen lassen dieser Gemeinsamkeit, das füllt einem nicht nur den Magen sondern auch die Seele.

Dinge zu teilen steht durchaus im Trend. Übertragen auf den Garten eröffnet sich dabei eine breite Themenpalette: Von der Nachhaltigkeit über die Gemeinschaft, die Frage nach der Nutzung des öffentlichen Raums bis zur Selbstversorgung und dem „sich erden mit Gartenarbeit“.

Ich bin vor gut einem halben Jahr von einem Einfamilienhaus in eine Wohnung nach Purkersdorf gezogen. Dieser Schritt hat auf der einen Seite viele Vorteile mit sich gebracht, zum Beispiel frische Brötchen vom Bäcker gegenüber. Auf der anderen Seite ging mir dadurch der Zugang zum „eigenen Stückchen Erde“ verloren. Dazu kommt, ich bin vom Beruf und es ist schon hart, wenn dir die Grundlage für dein gestalterisches Handeln genommen wird. Nun ist Grund und Boden in einer städtischen Struktur kostbar, weil nur begrenzt verfügbar. Genau dort wird Urban Gardening interessant, da es innovative Lösungen für „das Garteln“ in der Stadt anbietet.

Paradeiser & Co in Balkonien

Etwa den Bio-Balkongarten, wo durch geschicktes Planen und der Auswahl der richtigen Pflanzensorten Bio-Obst und Gemüse auf kleiner Fläche geerntet werden kann. Der Handel bietet mittlerweile sogar Säulenobst an, das in jeden größeren Topf gesetzt werden kann. Auch ein Hochbeet ist auf dem Balkon oder der Terrasse möglich, wenn es die Traglast zulässt.

Dann habe ich vom „Prinzessinengarten“ in Berlin gehört. Dieser Garten ist durch Eigeninitiative von über hundert Freiwilligen auf einer Brachfläche mitten in der Stadt entstanden. Im Vordergrund steht hier das gemeinsame Garteln und Lernen, wie man lokale Lebensmitteln herstellt. Dieser Zugang hat mir sehr gut gefallen, da hier nicht der Besitz des eigenen Grundes im Vordergrund steht sondern das gemeinsame Erproben nd wachsen lassen eines Projekts, das einem nicht nur den Magen sondern auch Seele füllt. Denn die Gartenarbeit allein ist ja nicht unbedingt für jedermann attraktiv. Aber der Austausch mit Gleichgesinnten und ein geselliges Beisammensein lässt nicht nur Pflanzen sondern auch die soziale Nähe wachsen. Wie es der Zufall will, haben sich letztens schon einige Interessentinnen gemeldet. Wer also ein Fleckchen Boden hat, das brach liegt oder eine geeignete Fläche weiß, wo so eine Initiative starten könnte, kann sich gerne bei mir melden.

Marion Ernst
marionernst@gmx.at

0650 911 25 49

Weiterlesen:
prinzessinnengarten.net
Andrea Heistinger,
Arche Noah, 2015

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Letzte Änderung: 2016-06-10

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